Umwelt
Umweltfaktoren haben einen gravierenden Einfluss auf die Lebenssituation der armen Bevölkerung in den Entwicklungsländern. Vor allem Themen, wie Anpassung an den Klimawandel und Zugang zu nachhaltiger Energie sind ganz zentral für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung.
Der Klimawandel und seine Folgen drohen Entwicklungserfolge zu unterminieren. Der Zugang zu sauberer und erschwinglicher Energieversorgung ist von großem Nutzen für die Bereiche Gesundheit, Alphabetisierung, Schaffung von Arbeitsplätzen, Einkommenssicherung, Stärkung der Wirtschaftskraft benachteiligter Gruppen und Gerechtigkeit.
Die VENRO-Aktivitäten konzentrieren sich insbesondere auf die Begleitung der Aktionspläne der Gemeinsamen Afrika-EU-Strategie. VENRO arbeitet in diesem Bereich eng mit dem Forum Umwelt und Entwicklung und spezialisierten VENRO-Mitgliedern zusammen.
Klimawandel
Die Entwicklungsländer sind durch den Klimawandel besonders gefährdet. Prognosen zufolge wird der Klimawandel wegen geringer Niederschläge im nördlichen und südlichen Afrika die bereits jetzt herrschende Wasserknappheit verschärfen. In manchen Regionen ist die Sicherheit der Nahrungsversorgung durch abnehmende Niederschläge und Bodenfeuchtigkeit bereits heute bedroht. Die Ausweitung der Lebensräume von Krankheitsüberträgern infolge des Temperaturanstiegs wirkt sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus.
Der Klimawandel stellt für die Entwicklungsländer eine zusätzliche Belastung dar, zu deren Ursachen sie nur wenig beigetragen haben. Die EU ist im Hinblick auf die der kumulierten Emissionen der zweitgrößte Verursacher des vom Menschen verursachten Klimawandels.
Die NRO fordern aus diesem Grund vor allem, die Mittel zur Anpassung an den Klimawandel zu erhören und die Anpassungsprozesse auf lokaler Ebene besser zu unterstützen.
Nachhaltige Energien
Afrika ist im Dunkeln: In Subsahara-Afrika leben mehr als 500 Millionen Menschen ohne Zugang zur Stromversorgung. In einigen Ländern haben nur fünf Prozent der Bevölkerung Zugang, in einigen ländlichen Gebieten sogar nur zwei Prozent.
Die derzeitigen Energieszenarien für das 21. Jahrhundert geben Anlass zu Sorge: Das heutige Energiesystem mit seinen in die Höhe schießenden Preisen für fossile Brennstoffe kann die moderne Energieversorgung für die unversorgten 1,6 Milliarden Menschen nicht bereitstellen. Eine Fortführung der aktuellen Energiepolitik hätte Umweltkatastrophen zur Folge, unter denen die Ärmsten am meisten zu leiden hätten, und eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sowohl inner- als auch zwischenstaatlich. Steigende Erdöl- und Erdgaspreise würden zu einer weniger sicheren Welt führen, in der die Länder um knappe fossile Energieressourcen konkurrieren.
Unbezahlbare Energie
Der Anstieg der Erdölpreise der letzten Jahre hat in vielen Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika, bereits zu Mehrausgaben geführt, die ihre Einnahmen aus der öffentlichen Entwicklungshilfe oder ihren Schuldenerlass übersteigen.
Die Entwicklungsländer brauchen einen besseren Zugang zur Energieversorgung, und die Welt insgesamt muss von Energiequellen mit Schadstoffemissionen unabhängiger werden, mehr Energie einsparen sowie die Energieeffizienz verbessern. Die NRO fordern insbesondere mehr Mittel für die Nutzung erneuerbarer Energien zur Verfügung zu stellen und die Reform des Energiesektors und der nationalen Energiekonzepte voranzutreiben.


