Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ)

1. Organisationsprofil

Ziel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) ist eine höhere Transparenz in der Zivilgesellschaft. Unterzeichner der Initiative verpflichten sich zur Bereitstellung von zehn, in den Grundsätzen der ITZ festgeschrieben Informationen, an einer Stelle auf Ihrer Webseite, die mit dem ITZ-Logo verlinkt werden. Aktuell existieren circa 220 Unterzeichner der Initiative.

2. Organisationsstruktur

Bei der ITZ handelt es sich um eine „Transparenzinitiative“, die von neun Organisationen unter der Federführung von Transparency International Deutschland (TI) ins Leben gerufen wurde. Die neun Gründerorganisationen sind vertreten im Trägerkreis, der sich für die Verbreitung und Weiterentwicklung der Initiative verantwortlich zeigt. Mitglieder des Trägerkreises sind Transparency Deutschland, das DZI, der Bundesverband Deutscher Stiftungen, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Deutsche Fundraising Verband, der Deutsche Spendenrat, das Maecenata Institut und VENRO.
Die Koordination erfolgt durch eine Arbeitsgruppe „Transparenz in der Zivilgesellschaft“ bei TI. Mit der ITZ beschäftigen sich im Auftrag von TI zurzeit sieben ehrenamtliche Mitarbeiter.

3. Finanzierung

Die Mitglieder des Trägerkreises beteiligen sich ehrenamtlich an der Initiative. Auch die Prüfung und die Organisation seitens TI erfolgen ehrenamtlich.

4. Interne Transparenz

Eigenanspruch und Umsetzung
TI veröffentlicht die Protokolle der Sitzungen auf der eigenen Webseite. Da keine weiteren Ausgaben und Organisationsorgane bestehen, gibt es auch keine weiteren Rechenschaftsberichte.

5. Transparenzverständnis

Die ITZ begreift sich als erste Initiative des gesammelten dritten Sektors, die sich das Ziel gesetzt hat, einen einheitlichen Transparenzstandard zu formulieren. Das Credo lautet: „Wir verpflichten uns zu Transparenz! Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte der Gemeinschaft sagen, „was die Organisation tut, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind“. Der Standard wird bewusst niedrig gehalten, da er sich auch an rein ehrenamtlich tätige und sehr kleine Organisationen richtet. „Damit sollen bestehende Standards nicht ersetzt, wohl aber eine Messlatte für die Eingangsvoraussetzungen effektiver Transparenz im gemeinnützigen Sektor festgelegt werden“.

Anforderungen an die teilnehmenden Organisationen: Bewertungskriterien und -standards

Um sich der Initiative anzuschließen, müssen Organisationen sich verpflichten, bestimmte Informationen über sich auf ihrer eigenen Webseite zu veröffentlichen. Bei diesen Informationen handelt es sich um zehn Standards, die vom Trägerkreis gemeinsam gesetzt wurden: Zu diesen zehn Punkten  gehören unter anderem die Offenlegung der Organisationsziele, der Mittelherkunft- und -verwendung und der Entscheidungs¬strukturen. Diese Informationen sollen auf einer Webseite „auf einen Blick“ zusammengefasst werden und können dann, nach einer Vollständigkeitsprüfung durch TI, mit dem Logo der ITZ verlinkt werden. Die Bekanntmachung der Initiative erfolgt durch Multiplikatoren (Trägerkreis) und Mund-zu-Mund-Propaganda.

Möglichkeiten des Einspruchs bei negativen Bewertungen
Die Prüfung nehmen ehrenamtlich bei TI eingestellte Prüfer vor. Es ist geplant, deren Hintergründe in Zukunft auch auf der Webseite der ITZ darzustellen. Derzeit liegen über die Prüfer keine weiteren Informationen vor. Da keine negativen Bewertungen ausgesprochen werden, ist ein Widerspruch noch nicht vorgekommen. Es kann vorkommen, dass die Organisationen von den Prüfern aufgefordert werden, ihre Informationen zu ergänzen. Die Prüfer kontrollieren, ob die richtigen Inhalte vollständig auf der Webseite stehen. Im Falle von Streitigkeiten hätte der Trägerkreis die Aufgabe zu vermitteln.

6. Vorteile für und Anforderungen an die Hilfsorganisationen

Die inhaltlichen und formalen Anforderungen sind für Organisationen, die das Spendensiegel tragen oder sich dem VENRO-Verhaltenskodex angeschlossen haben, gering. Ein Mehrwert besteht für solche Organisationen darin, ein weiteres „Transparenzlogo“ vorweisen zu können. Zudem entsteht durch die Beteiligung dieser Vorreiter ein Multiplikatoreneffekt, der letztlich positiv auf diese Organisationen rückwirken kann, zum Beispiel durch eine Verbreitung und Anerkennung des ITZ-Logos in der Bevölkerung. Für andere zivilgesellschaftliche Organisationen ist die Unterzeichnung der ITZ sicher ein richtiger, wenig aufwändiger (und deshalb niederschwelliger) Schritt hin zu mehr Transparenz. Bislang werden Informationen von TI nicht weiterverwendet. Geplant ist ggf. eine ausführlichere Gliederung der ITZ-Mitglieder auf der TI-Webseite.

7. Unsere Einschätzung:

Das es im Bereich der Transparenz keine gesetzlichen Regelungen oder Anforderungen gibt und da VENRO-Mitglieder eine Vorbildfunktion einnehmen sollten, handelt es sich um eine gute und unterstützenswerte Initiative. Zudem spricht diese Initiative gerade auch die ehrenamtlich arbeitenden Vereine und Mitglieder von VENRO oder die entwicklungspolitischen Landesnetzwerke an.

Zur Website der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ)

Kontakt

Jana Rosenboom

Referentin

Tel.: 030/24632105

j.rosenboom(at)venro.org