Armutsbekämpfung

Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen in extremer Armut und weitere zwei Milliarden in Armut. Dies hat viele Ursachen: fehlender Zugang zu Ressourcen, mangelnde wirtschaftliche Entwicklungschancen, schlechte Regierungsführung und Korruption, Kriege und Naturkatastrophen.

Frauen und Mädchen bilden den Großteil der Menschen, die in absoluter Armut leben. Sie werden zusätzlich wegen ihres Geschlechts diskriminiert. Dabei spielen sie eine entscheidende entwicklungspolitische Rolle und führen gesellschaftliche und ökonomische Veränderungen herbei. Geschlechtergerechtigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für die Überwindung von Armut. In besonderer Weise von Armut betroffen sind „verletzliche Gruppen“ wie Kinder, alte Menschen und Behinderte.

MDG als Mittel zur Armutsbekämpfung

Mit den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) hat die internationale Gemeinschaft ein Zielsystem geschaffen, dieser Armut zu begegnen. Für die konsequente Umsetzung der MDG fehlt aber nach wie vor der entschiedene politische Wille, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Entwicklungsfinanzierung bereit zu stellen. Die fehlende Kohärenz der unterschiedlichen Politiken gegenüber Entwicklungsländern erschwert die Armutsbekämpfung.

Armutsorientierte Politik

Viele Schwellenländer haben in den letzten Jahren beeindruckende wirtschaftliche Wachstumsraten erzielt, sie sind sowohl ökonomisch als auch politisch zu „global playern“ geworden. Aber Millionen von Menschen in diesen Ländern sind nach wie vor in ihrer persönlichen Lebenssituation von wirtschaftlichem Wohlstand ausgeschlossen, die Schere zwischen Arm und Reich klafft vielfach immer weiter auseinander. Hier stellt sich die Herausforderung, wie in großen wirtschaftlich erfolgreichen Ländern wie Brasilien, China, Indien, Mexiko oder Südafrika eine armutsorientierte Politik entwickelt und umgesetzt werden kann und welche Rolle die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft dabei spielen soll.

Armutsbekämpfung bringt Wählerstimmen

Armutsbekämpfung bringt Wählerstimmen

Bei der Mehrheit der deutschen Bevölkerung steht die Armutsbekämpfung überraschend hoch im Kurs. So wollen sich bei der Bundestagswahl 2009  offenbar viele Wähler für eine Partei mit entwicklungspolitischem Profil entscheiden: Drei von vier Wählern ist das wichtig. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die das Meinungsinstitut Infratest im Auftrag von VENRO anlässlich des Internationalen Tages der Armutsbekämpfung am 17. Oktober 2008, durchgeführt hat.

Mehr als zwei Drittel der Umfrage-Teilnehmer würden eine Partei wählen, die sich für Armutsbekämpfung einsetzt, um damit einen Beitrag zur Lösung globaler Probleme zu leisten. Dies gilt vor allem für junge Wähler.

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Komplette Infratest-Meinungsumfrage
Kurzanalyse Infratest- Meinungsumfrage