Armutsbekämpfung bringt Wählerstimmen

Armutsbekämpfung bringt Wählerstimmen
VENRO präsentiert Ergebnisse von Meinungsumfrage

Berlin, 16. Oktober 2008 – Entwicklungspolitik und Armutsbekämpfung stehen bei der Mehrheit der deutschen Bevölkerung überraschend hoch im Kurs. Bei der Bundestagswahl 2009 wollen sich offenbar viele Wähler für eine Partei mit entwicklungspolitischem Profil entscheiden: Drei von vier Wählern ist dies wichtig. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die Infratest im Auftrag des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) – im Rahmen der Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ -  anlässlich des Internationalen Tages der Armutsbekämpfung am 17. Oktober durchgeführt hat.  

„Die Umfrage zeigt deutlich, wie wichtig entwicklungspolitische Themen für die meisten Bundesbürger sind. Rund drei Viertel der Befragten erwarten etwa von der Bundesregierung, dass sie ihre Zusage einhält, die Ausgaben für Entwicklungshilfe bis zum Jahr 2010 auf 0,51 Prozent zu erhöhen“, erklärt VENRO-Vorstandsvorsitzende Claudia Warning. „Parteien sind also gut beraten, wenn sie diesem Fakt Rechnung tragen.“ Mehr als zwei Drittel der Umfrage-Teilnehmer würden eine Partei wählen, die sich für Armutsbekämpfung, einsetzt, um damit einen Beitrag zur Lösung globaler Probleme zu leisten. Dies gilt vor allem für junge Wähler.  

Rund 80 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass der Patentschutz für Aidsmedikamente gelockert werden muss, damit diese Medikamente auch für Menschen in Entwicklungsländern bezahlbar sind.

Auf generelle Kritik stößt bei den meisten Umfrage-Teilnehmern die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland. Sechs von zehn Befragten gaben an, während der Schulzeit wenig oder gar nichts über die Entwicklungsländer und die Zusammenhänge mit den Industriestaaten gelernt zu haben.  

Eine Wissenslücke klafft immer noch bei den Millenniumsentwicklungszielen (MDG). Mittlerweile hat zwar jeder zweite Deutsche schon mal von den MDG gehört, aber nur einer von zehn weiß, um welche Ziele es sich handelt. Besonders Schüler und junge Menschen sind schlecht über die Entwicklungsziele informiert.  

Die Umfrage zeigt aber auch, dass nicht nur Bildung und Politik gefragt sind: Fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger glaubt, dass sie selbst einen Beitrag zur Lösung globaler Probleme leisten kann. Die Mehrheit ist bereit, ihre Konsumgewohnheiten umzustellen und etwa fair gehandelte Produkte zu kaufen. Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest am 25. und 26. September dieses Jahres 1000 Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland befragt.

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Kontakt

Kirsten Prestin

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 0228 94677-14

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